{"id":1617,"date":"2026-02-26T15:33:52","date_gmt":"2026-02-26T14:33:55","guid":{"rendered":"urn:uuid:be626c15-89c3-4367-9be4-b6cb9f8df695"},"modified":"2026-02-26T11:41:54","modified_gmt":"2026-02-26T10:41:54","slug":"job-crafting","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.diversity-inclusion-platform.ch\/en\/job-crafting\/","title":{"rendered":"Mit kleinen Ver\u00e4nderungen zu mehr Zufriedenheit: The Power of Job Crafting"},"content":{"rendered":"\n<p>Job Crafting beschreibt das bewusste und proaktive Gestalten der eigenen Arbeit \u2013 und kann ein kraftvoller Hebel sein, um den Job besser an die pers\u00f6nlichen St\u00e4rken und Bed\u00fcrfnisse anzupassen. In diesem Artikel erfahren Sie, was hinter dem Konzept steckt und wie es in der Praxis dabei unterst\u00fctzen kann, wieder mehr Freude und Energie in den Arbeitsalltag zu bringen.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"is-style-medium\"><strong>Was genau ist Job Crafting?<\/strong><\/p>\n\n\n\n\n<p>Der Begriff stammt aus der Arbeitspsychologie und wurde 2001 von Amy Wrzesniewski und Jane Dutton gepr\u00e4gt. Sie definieren Job Crafting als \u201eMassnahmen, die Mitarbeitende ergreifen, um ihre Arbeit zu gestalten, zu formen und neu zu definieren\u201c. Im Kern geht es darum, die eigene Arbeit proaktiv so zu ver\u00e4ndern, dass sie besser zu den pers\u00f6nlichen St\u00e4rken, Interessen und Ressourcen passt. Job Crafting erg\u00e4nzt klassische \u201eTop-down\u201c-Prozesse der Arbeitsgestaltung: W\u00e4hrend Stellenbeschreibungen Vorgaben machen, nutzt Job Crafting die Spielr\u00e4ume, die Mitarbeitende innerhalb dieser Rahmen haben \u2013 und diese k\u00f6nnen gr\u00f6\u00dfer sein, als man zun\u00e4chst vermutet: Selbst Personen mit begrenztem Entscheidungsspielraum k\u00f6nnen bestimmte Aspekte ihres Arbeitsalltags aktiv beeinflussen und gestalten. Denn Job Crafting kann schon in kleinen Ver\u00e4nderungen sichtbar werden, etwa in neuen Haltungen, Routinen oder Priorit\u00e4ten. Gleichzeitig er\u00f6ffnet es die M\u00f6glichkeit, die eigene Rolle langfristig weiterzuentwickeln.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"is-style-medium\"><strong>Welche Formen von Job Crafting gibt es?<\/strong><\/p>\n\n\n\n\n<p>Job Crafting kann ganz unterschiedlich aussehen. Manche Ver\u00e4nderungen zielen darauf ab, positive Aspekte der Arbeit zu st\u00e4rken, andere darauf, belastende Elemente zu reduzieren. So k\u00f6nnen beispielsweise Aufgaben neu verteilt oder priorisiert werden \u2013 etwa indem man zus\u00e4tzliche Projekte \u00fcbernimmt, bestimmte T\u00e4tigkeiten reduziert oder neue Arbeitsmethoden ausprobiert. Auch Arbeitsbeziehungen lassen sich aktiv gestalten, indem man den Austausch mit bestimmten Kolleg:innen intensiviert oder gezielt nutzt. Gerade in Arbeitsumgebungen mit begrenztem Entscheidungsspielraum k\u00f6nnen kognitive Formen des Job Craftings eine wertvolle M\u00f6glichkeit sein, den eigenen Arbeitsalltag selbstbestimmter zu gestalten. Dabei wird beispielsweise reflektiert, welche Bedeutung die eigene Rolle f\u00fcr die Gesamtorganisation hat und wie sich einzelne Aspekte der Arbeit anders \u2013 zum Beispiel ressourcenorientier oder konstruktiver \u2013 wahrnehmen lassen. Entscheidend ist dabei: Es geht nicht darum, strukturelle Probleme sch\u00f6nzureden, sondern die eigene Haltung bewusst in den Blick zu nehmen und vorhandene Spielr\u00e4ume, auch auf einer inneren Ebene, sinnvoll zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"is-style-medium\"><strong>Was bewirkt Job Crafting?<\/strong><\/p>\n\n\n\n\n<p>Die Forschung zeigt eindeutig, dass Job Crafting viele positive Effekte hat. Personen, die ihre Arbeit aktiv gestalten, sind h\u00e4ufig zufriedener, engagierter und erleben ein st\u00e4rkeres Gef\u00fchl von Selbstwirksamkeit und Sinn. Auch Leistung, Wohlbefinden und Gesundheit profitieren von Job Crafting. Aber nicht alle Job-Crafting-Strategien wirken gleich. Besonders wirkungsvoll sind Ans\u00e4tze, die darauf abzielen, positive Zust\u00e4nde zu erweitern \u2013 also beispielsweise Arbeitsbereiche auszubauen, die den eigenen St\u00e4rken entsprechen, oder den Austausch mit unterst\u00fctzenden Personen zu suchen. In einer <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s10869-025-10058-z\" target=\"_blank\" aria-label=\"undefined (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie des CCDI<\/a> zeigte sich, dass insbesondere proaktive Anpassungen der Arbeitsorganisation, die gezielte Nutzung von Technologien und Wissensquellen sowie kognitives Job Crafting die wahrgenommene Arbeitsf\u00e4higkeit erh\u00f6hten. Welche Strategien hilfreich sind, h\u00e4ngt auch von pers\u00f6nlichen Merkmalen ab. Menschen in sp\u00e4teren Karrierephasen profitieren beispielsweise besonders davon, ihre Arbeit gezielt an individuellen St\u00e4rken und Interessen auszurichten.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"is-style-medium\"><strong>Job Crafting in der Praxis \u2013 Sylvias Erfahrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n\n<p>Irgendwann f\u00fchlte sich meine Arbeit nicht mehr stimmig an. Nach vielen Jahren im gleichen Projekt war ich mit einzelnen Aufgaben nicht mehr richtig zufrieden, machte mir aber auch nicht viel Gedanken dazu. In dieser Phase lernte ich das st\u00e4rkenorientierte Job Crafting E-Learning kennen \u2013 und das hat bei mir viel ausgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Mir war klar, dass ich nicht alles umkrempeln wollte. Viele Aufgaben machten mir weiterhin Freude, und mein Team ist mir sehr wichtig. Gleichzeitig bietet unsere Arbeitskultur eine gewisse Flexibilit\u00e4t, Aufgaben neu zu verteilen \u2013 und da eine Kollegin k\u00fcrzlich das Unternehmen verlassen hatte, ergaben sich genau zu diesem Zeitpunkt neue M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Der wichtigste Schritt war, meine Unzufriedenheit ernst zu nehmen und mich zu fragen, was ich mir stattdessen w\u00fcnsche. Das E-Learning hat mir geholfen, meine Gedanken zu sortieren und konkrete Ideen zu entwickeln. Nach Gespr\u00e4chen mit dem Management Team und meiner Vorgesetzten fand sich tats\u00e4chlich eine L\u00f6sung: Ein Kollege \u00fcbernahm Aufgaben, die f\u00fcr mich nicht mehr passend waren, und ich konnte mich in einen neuen Bereich einarbeiten, der deutlich besser zu meinen Interessen passt.<\/p>\n\n\n\n\n<p>In meinem Fall bedeutete Job Crafting einerseits, ein Projekt abzugeben, das nicht mehr zu mir passte, und andererseits, bewusst einen Bereich auszubauen, der mich motiviert und inspiriert. Am st\u00e4rksten war jedoch das Gef\u00fchl, die eigenen Arbeitsinhalte selbst beeinflussen zu k\u00f6nnen \u2013 statt darauf zu warten, dass sich von aussen etwas \u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"is-style-medium\"><strong>Probieren Sie es aus \u2013 oder sprechen Sie uns an!<\/strong><\/p>\n\n\n\n\n<p>Job Crafting l\u00e4dt dazu ein, die eigene Arbeit bewusster zu gestalten. Das muss nicht bedeuten, wie in Sylvias Fall, Aufgaben komplett zu wechseln oder grosse strukturelle Ver\u00e4nderungen anzustossen. Oft beginnt es mit kleinen \u00dcberlegungen im Alltag: Welche Aspekte meiner Arbeit passen besonders gut zu mir, und welche weniger? Welche Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnten meinen Arbeitsalltag erf\u00fcllender machen? Und wie kann ich meine St\u00e4rken und Interessen gezielt einbringen?<\/p>\n\n\n\n\n<p>Am <a href=\"https:\/\/ccdi.unisg.ch\/de\/\" target=\"_blank\" aria-label=\"undefined (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\">Competence Center for Diversity, Disability and Inclusion<\/a> bieten wir ein interaktives, coachingartiges <a href=\"https:\/\/ccdi.unisg.ch\/de\/weiterbildung\/training-weiterbildung-fuer-unternehmen\/fuer-mitarbeitende\/individuelles-job-crafting\/\" target=\"_blank\" aria-label=\"undefined (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\">E-Learning<\/a> an, das Unternehmen dabei unterst\u00fctzt, Mitarbeitenden Job Crafting n\u00e4herzubringen und sie zu eigenen, konkreten Schritten zu bef\u00e4higen. Wenn das f\u00fcr Sie interessant klingt, freuen wir uns \u00fcber den Austausch!<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Job Crafting beschreibt das bewusste und proaktive Gestalten der eigenen Arbeit \u2013 und kann ein kraftvoller Hebel sein, um den Job besser an die pers\u00f6nlichen St\u00e4rken und Bed\u00fcrfnisse anzupassen. 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